Weltschmerz

Weltschmerz

Fünf Tote und 20 Verletzte in London gestern. Ein Mann in der Türkei, der mittlerweile dem Rest Europas offen droht, dass man nicht mehr sicher sei, wenn man sich ihm in den Weg stelle. Eine starke rechte Politikerin in Frankreich.

Die Nachrichten halten wenig Positives für uns bereit und in manchen, kurzen Momenten ist man geneigt zu verzweifeln. Nicht wegen der eigenen Situation, sondern wegen der Welt, die wir unserer Tochter hinterlassen. In die wir sie hineingeworfen haben, ohne dass sie sich dagegen wehren konnte.

Die deutsche Sprache hat für dieses Gefühl, das einen in solchen Situationen befallen kann, ein schönes Wort: Weltschmerz. Die Trauer, die einen Menschen befällt, weil er mit der Welt unzufrieden ist.

Es ist ein sehr intensives Gefühl, das wahrscheinlich jedem, der Mitmenschlichkeit besitzt – vor allem aber Eltern – nicht fremd sein wird. Doch wenn diese Trauer dich zu übermannen scheint und man sich Hilflos fühlt, nicht weil man um sich selbst besorgt ist, sondern nicht weiß, wie man sein Kind vor alledem schützen soll, in genau diesem Moment schaut dich dein Kind mit großen Augen ohne Angst, ohne Sorge, ohne Schmerz an und lächelt vielleicht. 

Das ist der Moment, in dem der Weltschmerz dich noch einmal mit voller Intensität trifft – nur für einen Augenblick – um danach zu verschwinden und nur die Liebe für dein Kind bleibt. Die Kraft, die Kinder einem schenken können, ist unglaublich. 

Dies bedeutet natürlich nicht, dass wir uns aus der Verantwortung für die Welt, in der wir Leben und vor allem, für die Welt, die wir unseren Kindern hinterlassen, stehlen können. Vielmehr sollten wir aus diesen Augen, die noch keine Angst, keinen Schmerz, keinen Hass kennen, Augen, die nur Neugierde, Liebe und vielleicht etwas Neckisches ausdrücken, diese Augen sollten uns dazu veranlassen, die Welt besser machen zu wollen. Jeden Tag. Vor allem aber an Tagen, an denen es darauf an kommt (#Bundestagswahl). 

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